Sadomasochismus - Was ist das
"Sadomasochismus" statt "Sadismus" oder "Masochismus"? Was beschreibt den Sadomasochismus? Warum fühle ich so? Woher kommt die sadomasochistische Neigung? Gibt es eine Grenze zwischen SM und "normalem" Sex? Kann man Formen des Sadomasochismus voneinander abgrenzen? Brauchen Sadomasochisten Schmerzen zur Befriedigung? Besteht nicht die Gefahr, dass man sich hineinsteigert? Wie gefährlich ist SM? Sind Sadomasochisten gewalttätig? Mein Gefühl macht mir Angst! Ist SM legal? Bin ich vielleicht nicht "normal"? Sehr viele Fragen die beantwortet werden wollen!
Die Beziehung der Liebe zum Schmerz ist eines der schwierigsten und zugleich grundlegendsten Probleme im gesamten Bereich der sexuellen Psychologie. Wie kommt es, dass Liebe Schmerz zufügt, zufügen will? ... Sollte es uns gelingen, diese Frage zu beantworten, dann nähern wir uns einem der größten Mysterien der Liebe. Gleichzeitig hätten wir die übliche Grundlage verdeutlicht, auf der die extremen Verirrungen der Liebe beruhen (Ellis 1903/1936:66).
Mit diesen Worten begann Havelock Ellis seine Diskussion des Phänomens, das heute als Sadomasochismus (SM) bezeichnet wird. Auch heute noch ist es nicht weniger faszinierend, und unglücklicherweise ist kaum mehr darüber bekannt als damals.
Sadismus
1886 hat der Arzt Richard Freiherr von Krafft-Ebing den Begriff "Sadismus" als Krankheitsbegriff für das Empfinden von Lust durch Zufügen von Schmerz eingeführt ("Psychopathia sexualis"). Namensgeber für den Sadismus-Begriff war der französische Schriftsteller Marquis de Sade, der in seinen Werken sexuelle Erscheinungsformen und Abarten bis hin zu Folter und Lustmord (Sexualmord) beschreibt.
Masochismus
Namensgeber für den Begriff "Masochismus" war der österreichische Schriftsteller Leopold Ritter von Sacher-Masoch. Sein Roman "Venus im Pelz" erschien 1870 und erlangte weltweiten Ruhm. Nach Krafft-Ebing ist der Masochismus die sexuelle Lust am Leiden, an Schmerzen, Demütigung und Erniedrigung.
Zum Thema Selbstfindung
Die Auseinandersetzung mit diesem Gespenst meiner Sexualität, diesem Gespenst, das ich am liebsten in die dunkelste Kammer eingesperrt hatte, hat mich weitergebracht. Mir scheint, dass ich daran gewachsen bin. Vor einigen Jahren hätte ich mich sicher nicht getraut, öffentlich oder auch nur im Kreis von Freunden oder Bekannten darüber zu sprechen. Ich hatte Angst, wenn meine Neigung bekannt würde, könnte ich leicht Opfer von Menschen werden, die mich quälen und vergewaltigen, mit der zynischen Begründung, ich brauchte das ja so.
Bis mir irgendwann klar wurde, dass ich mich durch Verstecken und Schweigen nicht schützen kann. Jeder Mensch kann das Opfer eines sexuellen Missbrauchs werden. Den besten Schutz davor habe ich, wenn ich mich selbst gut kenne, weiß was ich brauche und definitiv lerne zu meinen Neigungen zu stehen! Leichter gesagt als getan. Oft habe ich Angst vor meinen Neigungen, Träumen und Gefühlen. Könnte ich nur offen mit jemandem sprechen.....................
Schützen, ja ich muss lernen mich zu schützen! Schützen kann ich mich, wenn ich selbstbewusst genug bin, mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln meinen Grenzen zu verteidigen. Meine innere Stimme, meine Grenzen, meine Kräfte - ich habe sie, auch durch das Beschäftigen mit meiner Sexualität, besser kennen gelernt. Das Zulassen und Akzeptieren meiner Sexualität, so habe ich verstanden, ist eine Voraussetzung dafür, selbstbewusst zu sein, und selbstbewusste Personen haben es häufig leichter, sich gegenüber Angriffen zu behaupten. Zur Lust an der Unterwerfung zu stehen führt zu einem paradoxen Resultat: ich bin selbstbewusster geworden, nicht unterwürfiger. Der Masochist war es, der mir den Weg in die Freiheit gezeigt hat.............
Jahrelang habe ich mich wegen meiner S/M-Neigung versteckt und im Freundeskreis verstellt, heute stehe ich dazu und niemand hat sich von mir abgewandt.
Fühlst Du Dich Alleingelassen mit Deinen quälenden Sehnsüchten und Gedanken
Immer wieder der gleiche Gedanke, immer wieder die gleichen Sehnsüchte. Das Verlangen dass Dich fast zerreißt! Warum fühle ich so? Wer hat Schuld? Bin ich alleine auf der Welt mit diesen Gedanken? Niemand versteht mich und warum ist es so?
Ich hab es getan! Hab mich ausgeliefert, beherrschen und dominieren lassen und was nun?
Was habe ich getan? Schuld- und Schamgefühle entstehen, wenn das, was passiert ist, nicht mit dem "Alltagsmenschen" in Einklang gebracht werden kann.
Das Alleinsein mit der Leidenschaft ist groß und den oder die richtige Partner/in zu finden, erscheint als Glücksfall.
Gefühle wie Wut und Frustration entstehen, wenn es in der Partnerschaft keine Toleranz für diesen Bereich gibt.
Du solltest umkehren, Dir helfen lassen und Deinen Weg finden. Du wirst lernen Deine Scheu zu verlieren und Deine Gefühle, die ein Teil von Dir sind zu akzeptieren.
Lerne über deine Phantasien zu sprechen und fühl Dich verstanden. Lerne Dich auch mit dieser Neigung zu lieben.
Niemand ist berechtigt, Menschen zu verurteilen, nur weil sie eine andere Wahl getroffen haben, wie sie glücklich sein möchten.