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Sicherheitsvorkehrungen im Ablauf einer Session

Ich gehe davon aus, dass Ihnen Worte wie Ampel, Slowcodes und Stoppworte nicht unbekannt sein werden und in jeder Session beachtung finden!

Ein guter aktiver Part sollte bereits vorher wissen, wann es dem passiven Part zu viel werden könnte. Idealerweise sollte der Sklave nie signalisieren müssen, dass etwas nicht in Ordnung ist, denn nur dann wird er wirklich das Gefühl haben, sicher zu sein, sich fallen lassen zu können, bei einem dominanten Part, der aufmerksam ist und genau weiss was er tut! Doch woran erkennt die gewissenhafte Domina beginnende Probleme? Bei diesen Alarmzeichen ist Vorsicht geboten!!

Schnelleres Atmen: Der Atem kommt stossweise, es wird nicht mehr ruhig durchgeatmet. Leises Stöhnen beim Atmen, wenn es nicht mit erhöhter sexueller Erregung einhergeht.

Einsetzende Unruhe: Häufigere Versuche, sich durch Bewegung in eine andere Position zu bringen, um sich somit Erleichterung zu verschaffen.

Widerstand gegen Befehle: Natürlich kann dies auch den Wunsch nach weiterer Bestrafung ausdrücken. Es ist allerdings auch möglich, dass sich der submissive Part nicht mehr wohlfühlt und sich schlicht und einfach nicht traut, dass Stoppwort zu benutzen. Hier hilft Nachfragen, wenn alles in Ordnung ist, wird die Herrin das OKAY bekommen. Kommt es während eines Rollenspieles dazu, dass der Sklave sich nicht mehr auf seine Rolle konzentriert, zeigt dies ein intuitives Aussteigen seinerseits. Die Szene braucht unbedingt Veränderung! Es ist sehr wichtig genau hinzusehen um zu erfahren, was der ausgelieferte Part wirklich möchte. Gerade der "Widerstand" oder das "Aussteigen" aus der Rolle könnten auch den Wunsch nach Verschärfung der Aktion ausdrücken. Man sollte hier allerdings sehr vorsichtig sein und häufig geziehlt Nachfragen! Ich möchte hier dazu anregen, lieber etwas früher die Veränderung einer Situation herbeizuführen, als zu spät!

Weitere Anzeichen sind medizinische Probleme: Gerade hier sollte die Domina während der gesamten Sessionbesonders aufmerksam sein, denn der Sklave vermag nicht in allen Situationen den Überblick über seinen Körper zu behalten. (Mit Augenbinden kann man Blaufärbungen nicht sehen)!

Wenn die Blutzufuhr oder -ableitung gestört ist, färbt sich die Haut bläulich oder weisslich, Taubheit in den Gliedmassen tritt auf. Die Aufgabe des aktiven Parts ist die ständige Überwachung und Kontrolle. Durch einen Druck mit dem Daumen auf eine betroffene Hautstelle und Beobachten, wie schnell die helle Druckstelle wieder die normale Hautfarbe annimmt, verschafft sich die Domina Sicherheit!! Bleibt die Verfärbung mehrere Sekunden, sollten die Fesseln gelöst werden. Besonders häufig tritt bei Bondagespielen kurzzeitige Mangeldurchblutung auf.

Nervenreizungen oder -quetschungen: Bei zu hohem Druck auf die Handgelenke kann ein Taubheitsgefühl auf dem Handrücken entstehen, dies kann einige Minuten oder bis zu mehreren Wochen andauern.

Muskelzerrungen, Sehnenschmerzen und Muskelkrämpfe: Bei zu langer Fixierung in einer bestimmten Position. Krämpfe sind äusserst schmerzhaft (Wer hatte noch keinen Wadenkramf?) und verlangen nach sofortiger schneller Lösung der Fesseln.

Hautverletzungen: Sie entstehen z.b. beim zu schnellen Ziehen der Seile (Verbrennungen) oder durch scharfkantige Handschellen. Wenn die Haut verletzt wird, muss die Wunde gesäubert und entsprechend behandelt werden.

Kalter Schweiß: Falls dieser auftritt, den Ausgelieferten schnell losbinden und ausruhen lassen, Füße hoch lagern, beruhigend auf ihn einreden. Ggfs. Wasser zu trinken geben!

Ohnmacht/Bewußtlisigkeit: Leider kommt dies nicht so selten vor, wie man annehmen könnte. Hervorgerufen durch Verminderung der Blutzufuhr zum Gehirn. Sobald der Sklave eine herannahende Ohnmacht bemerkt, muss er wissen, dass er dieses Unwohlsein sofort melden darf (muß). Wichtig hier: für freie Atmung sorgen, losbinden, hinlegen lassen, Füße erhöht lagern, damit das Blut besser in den Kopf strömen kann, Fenster öffnen und ruhig Zureden.

Emotionale Gesundheit: Auch wenn das Spiel ohne die oben aufgeführten körperlichen Probleme abläuft, kann doch noch etwas schiefgehen und das obwohl man immer in SSC-Weise miteinander umgegangen ist. Dies könnte z.b. so aussehen, dass sich der aktive Part plötzlich überfordert fühlt, Schuldgefühle, Ängste oder Erinnerungen aus der Kindheit an die Oberfläche treten und ihn vollkommen blockieren. Auch kann es geschehen, dass sehr starke Reaktionen beim passiven Part, die Gefühle des Agierenden so sehr durcheinanderbringen, dass diesem die Verantwortung zu groß wird und selbst ein "Auffangen" benötigt. Es gibt auch Situationen in denen der Sklave so sehr von dem Erleben der Session überwältigt ist, dass er geistig ausbrechen will!

Natürlich gibt es noch viel mehr mögliche Ursachen für gefühlsmässige Probleme die auftauchen könnten. Doch wie verhält man sich, wenn das Gegenüber aggressiv oder apathisch wird? Das Dümmste wäre in solch einer Situation ein Satz wie: Du bist schuld das die Szene misslungen ist!

Nach dem Abbruch einer Session sollte man unbedingt Zuneigung und Trost geben. Doch das Allerwichtigste ist in diesem Fall, das Reden über die Gefühle!